Was wir gemeinsam tun können?
Wir wollen nicht nur reden.
Wir wollen handeln.
Deshalb tun wir gemeinsam, was allein oft schwer ist:
Wir dokumentieren Mängel.
Wir sammeln Beschwerden.
Wir unterstützen uns bei Schreiben und Anfragen.
Wir machen Druck auf die LEG.
Wir wollen auf der Hauptversammlung mitreden.
Wir zeigen der LEG, dass wir viele sind.
Demo gegen steigende Mieten bei LEG-Wohnungen
Bericht vom WDR 27.05.2026
Mieterproteste gegen steigende Mieten bei LEG - Wohnen - Verbraucher
Bericht von der Aktionärsversammlung der LEG
Schon vor Beginn der Aktionärsversammlung versammelten sich zahlreiche Mieterinnen, Mieter und Initiativen aus NRW zu einer Kundgebung, die vom Deutschen Mieterbund organisiert wurde. Auch die Mieterinitiative Erkrath war dabei. Gemeinsam machten wir sichtbar, was viele Menschen seit Jahren erleben: marode Wohnungen, schleppende Reparaturen und ein Unternehmen, das Verantwortung gern von sich weist.
Ein besonderer Moment: Irene Thompson sprach sowohl draußen vor dem Hotel als auch später im Saal direkt vor den Aktionären. Ihre Worte trafen den Kern – und sie erhielt dafür sogar Applaus von anwesenden Aktionären. Ein Zeichen dafür, dass die Realität der Mieterinnen und Mieter nicht mehr einfach ignoriert werden kann?
Die LEG selbst reagierte wie erwartet:
Man weise die Vorwürfe zurück. Kleinere Reparaturen würden „innerhalb von 4–5 Tagen“ erledigt. Verzögerungen lägen angeblich an „Sonderwünschen“ oder der „Anwesenheit der Mieter“.
Während der Selbstdarstellung des Vorstandes im Saal konnte man nur staunen – so sehr, dass man kaum noch blinzeln konnte. Die Diskrepanz zwischen dem glänzenden Selbstbild des Unternehmens und der Lebensrealität vieler Mieterinnen und Mieter war kaum zu übersehen.
Rede von Irene Thompson auf der Aktionärsversammlung der LEG 27.05.2026
Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands,
sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
Mein Name ist Irene Thompson aus Erkrath-Hochdahl und ich spreche heute als jemand, der seit mehr als vier Jahrzehnten in den Häusern wohnt, die heute zur LEG gehören. Fast fünfzig Jahre – das ist genug Zeit, um zu sehen, wie sich ein Wohnungsunternehmen verändern kann. Und leider auch, wie sehr es sich zum Nachteil entwickeln kann.
Als ich eingezogen bin, war klar: Eine Sozialwohnung zu beziehen bedeutete Stabilität, eine Wohnung, die man sich leisten kann. Das schafft Nähe und Verständnis füreinander. Es gab Paten, die gemeinsam mit den Hausmeistern auf den Bestand achteten. Es gab ein echtes Verantwortungsgefühl.
Und es gab etwas, das heute fast verschwunden ist: Gemeinschaft.
Wir Mieter haben Blumen gepflanzt. Wir haben darauf geachtet, dass beim Sperrmüll nichts herumliegt.
Was wir heute erleben, ist etwas Anderes. Es sind Missstände, die nicht nur ärgerlich sind, sondern entwürdigend.
· Aufzüge, die wochenlang ausfallen.
· Reparaturen, die sich endlos hinziehen.
· Zuständigkeiten, die im Kreis laufen.
· Außenanlagen, die verkommen, weil niemand mehr hinschaut.
· Müll, der liegen bleibt, weil sich niemand verantwortlich fühlt.
Jede dritte Wohnung meldete in den letzten zwei Jahren Feuchtigkeits- oder Schimmelprobleme. Dazu habe ich einige Mängelprotokolle mitgebracht.
Die Folgen sind: Die Menschen verlieren die Lust, ihr Umfeld zu pflegen. Warum Ordnung halten, wenn niemand sie wertschätzt? Warum Verantwortung übernehmen, wenn das Unternehmen selbst keine übernimmt?
Das ist kein „Mieterproblem“. Das ist ein Strukturproblem.
Wohnen ist kein Renditeobjekt – es ist ein Menschenrecht.
Ich weiß, dass ein Unternehmen wirtschaftlich arbeiten muss. Aber ich weiß auch: Wohnen ist ein Grundrecht. Und wer Wohnungen besitzt, trägt Verantwortung – nicht nur für Mauern, sondern für Menschen.
Die LEG verwaltet nicht nur Immobilien. Sie verwaltet Lebensräume. Sie verwaltet Kindheitserinnerungen, Nachbarschaften, Sicherheit, Würde.
Wenn wir gemeinsam dafür sorgen, dass diese Werte nicht nur auf Hochglanzbroschüren stehen, sondern in jeder Wohnung spürbar sind, gewinnen wir alle: Mieter, Aktionäre und das Unternehmen selbst.
Denn am Ende ist der wahre Wert eines Unternehmens nicht nur in Euro messbar, sondern in dem Vertrauen, das es bei den Menschen genießt, die ihm ihr Zuhause anvertrauen.
Wir wollen, dass die LEG wieder erkennt, was früher selbstverständlich war: Dass ein Zuhause ein Ort der Sicherheit ist – und kein Ort der Sorge.
Vielen Dank.
Wie stoppen wir die Mietkrise?
Bericht im WDR